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Was gute Bilder wirklich ausmacht

Zwischen einem Profil, das durchgewischt wird, und einem, das eine Anfrage bekommt, liegt selten das Aussehen. Meistens liegt dazwischen ein Bild, das schlecht gemacht ist.

Das ist die gute Nachricht. An deinem Gesicht kannst du nichts ändern, an Licht, Hintergrund und Ausschnitt schon. Und diese drei entscheiden mehr, als die meisten glauben.

Licht ist das Einzige, was wirklich zählt

Wenn du nur eine Sache änderst, dann diese. Der Unterschied zwischen einem Handyfoto und einem professionellen Bild ist zu achtzig Prozent das Licht.

Der Blitz deines Handys ist dabei dein größter Gegner. Er kommt frontal, macht die Haut flach und glänzend und wirft einen harten Schatten an die Wand hinter dir. Jedes Bild mit Blitz sieht nach Schnappschuss aus, egal wie gut du darauf aussiehst.

Was stattdessen funktioniert, kostet nichts. Stell dich an ein Fenster, seitlich, nicht frontal davor. Das Licht sollte von der Seite kommen und leicht von oben. Dadurch entstehen Schatten, die deinem Gesicht Form geben. Ein Tag mit dünner Wolkendecke ist besser als direkte Sonne, weil das Licht weicher ist.

Abends funktioniert dasselbe mit einer einzelnen Lampe, die du seitlich aufstellst. Deckenlicht dagegen ist fast immer unvorteilhaft, weil es von oben kommt und Schatten unter Augen und Kinn wirft.

Der Hintergrund verrät mehr als du denkst

Schau dir deine Bilder an und achte nur darauf, was hinter dir zu sehen ist. Bei den meisten Fotos ist es zu viel.

Ein unruhiger Hintergrund zieht den Blick weg. Wäsche, ein voller Tisch, eine Steckdose, all das nimmt Aufmerksamkeit, die eigentlich dir gehört. Dazu kommt ein Punkt, der wichtiger ist als der ästhetische: Ein erkennbarer Hintergrund kann dich verorten. Ein Blick aus dem Fenster, ein bestimmtes Möbelstück, ein Bild an der Wand. Wer dich finden will, findet in solchen Details Anhaltspunkte.

Eine glatte Wand reicht völlig. Wenn du mehr willst, sorge dafür, dass der Hintergrund unscharf ist. Bei den meisten Handys hilft dabei der Porträtmodus, oder du stellst dich einfach weiter von der Wand weg.

Der Ausschnitt entscheidet über die Wirkung

Die häufigsten Fehler sind schnell benannt. Zu viel Raum über dem Kopf, dadurch wirkt das Bild leer. Ein Schnitt genau an einem Gelenk, also am Handgelenk oder am Knie, das wirkt immer unangenehm. Und die Kamera von unten, was fast niemandem steht.

Halte das Handy auf Augenhöhe oder leicht darüber. Lass unten mehr Raum als oben. Und wenn du unsicher bist, mach lieber ein weiteres Bild und schneide es nachträglich zu, statt beim Fotografieren den perfekten Ausschnitt treffen zu wollen.

Viele Bilder, nicht ein perfektes

Der häufigste Fehler ist, zehn Fotos zu machen und sich für das beste zu entscheiden. Profis machen zweihundert.

Der Grund ist einfach: Du weißt vorher nicht, welche Pose bei dir funktioniert. Was sich richtig anfühlt, sieht auf dem Bild oft steif aus, und was sich albern anfühlt, wirkt manchmal am natürlichsten. Das findest du nur heraus, indem du viel ausprobierst.

Nimm dir eine Stunde, stell den Selbstauslöser auf Serienaufnahme und beweg dich zwischen den Auslösern. Danach sortierst du aus. Aus zweihundert Bildern bleiben vielleicht fünf gute, und fünf gute Bilder sind mehr, als die meisten Profile haben.

Wechseln, nicht ergänzen

Ein letzter Punkt, der oft übersehen wird. Bilder nutzen sich ab. Wer regelmäßig auf einem Portal sucht, hat dein Profil irgendwann schon gesehen und klickt nicht mehr.

Neue Bilder wirken deshalb doppelt. Sie sind besser, und sie sind neu. Wer alle paar Monate austauscht, wird häufiger angesehen als jemand mit denselben Fotos seit zwei Jahren, selbst wenn die Fotos gut sind.

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