Kunden

Wenn Kunden deine Sprache nicht sprechen

Eine Anfrage kommt rein, und du verstehst sie nicht. Vielleicht auf Rumänisch, vielleicht auf Türkisch. Du antwortest auf Deutsch oder Englisch, hoffst, dass es reicht, und meistens hörst du nichts mehr.

Das passiert häufiger, als die meisten annehmen, und es ist teurer als gedacht.

Der Markt sieht anders aus, als er sich anfühlt

Ein Blick auf die Zahlen macht das deutlich. Von den Ende 2024 in Deutschland nach dem Prostituiertenschutzgesetz angemeldeten Personen hatten nur 17 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit. Die größte Gruppe war rumänisch mit 36 Prozent, gefolgt von bulgarisch mit 11 und spanisch mit 8 Prozent.

Diese Zahlen betreffen die Anbieterinnen, nicht die Kunden. Aber sie zeigen, wie international dieser Markt tatsächlich ist. Und auf der Kundenseite gilt dasselbe: In jeder größeren Stadt in Deutschland, Österreich und der Schweiz schreiben Männer an, deren Deutsch für eine Terminvereinbarung nicht reicht.

Was tatsächlich passiert, wenn du nicht antwortest

Er sucht weiter. Nicht, weil du ihm nicht gefallen hättest, sondern weil die Verständigung zu mühsam war.

Das Unangenehme daran ist, dass du es nicht merkst. Eine unbeantwortete Anfrage taucht in keiner Statistik auf. Du siehst nur, dass weniger Termine zustande kommen, und suchst den Grund woanders.

Bei einer Handvoll Anfragen im Monat fällt das kaum ins Gewicht. Bei mehreren pro Woche summiert es sich über ein Jahr zu einer Größenordnung, die niemand freiwillig verschenken würde.

Warum Übersetzer meistens nicht reichen

Der naheliegende Gedanke ist, die Nachricht durch einen Übersetzer zu schicken. Das funktioniert für den Inhalt und scheitert am Ton.

Maschinelle Übersetzungen sind grammatikalisch oft richtig und klingen trotzdem falsch. Sie treffen die Höflichkeitsform nicht, wirken steif oder unangemessen vertraut, und in einem Gespräch, in dem es um Nähe geht, merkt das jeder sofort.

Dazu kommt die Zeit. Jede Nachricht kopieren, übersetzen, zurückübersetzen und prüfen dauert Minuten. Bei einer spontanen Anfrage am Abend sind diese Minuten oft entscheidend.

Sprache ist auch eine Frage der Sicherheit

Ein Punkt, über den selten gesprochen wird. Wenn du nicht sicher verstehst, was jemand schreibt, kannst du auch nicht einschätzen, mit wem du es zu tun hast.

Vieles, woran du einen unangenehmen Kunden erkennst, steckt nicht im Inhalt, sondern in der Art. Ausweichende Antworten, Druck, plötzliche Eile. Diese Signale gehen in einer holprigen Übersetzung unter.

Wer die Sprache versteht, entscheidet besser. Nicht nur darüber, ob ein Termin zustande kommt, sondern auch darüber, ob er stattfinden sollte.

Es geht nicht darum, zwölf Sprachen zu lernen

Niemand erwartet, dass du Bulgarisch sprichst. Es geht darum, dass eine Anfrage nicht daran scheitert.

Die meisten Anfragen in einer fremden Sprache sind inhaltlich einfach. Bist du frei, wann, wie lange, was kostet es. Für genau diese Fragen braucht es keine Sprachkenntnisse, sondern nur einen Weg, sie verlässlich und schnell zu beantworten.

Wer das löst, erreicht Kunden, die andere verlieren. Und das ist in einem Markt, in dem alle um dieselben Leute konkurrieren, ein Vorteil, den man nicht kaufen kann.

Alle Artikel